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Montessori zu Hause: Spielideen ohne teures Spielzeug

Julia M.

Geschrieben von: Julia M.

mehrfache Mama, Familienmensch und leidenschaftliche Schreiberin, steckt hinter vielen Artikeln auf mama-und-mehr.de. Nach der Geburt ihrer Kinder hat sie ihre Berufung darin gefunden, andere Eltern auf ihrer Reise durch Schwangerschaft, Babyzeit und Familienalltag zu begleiten. Mit einem offenen Ohr für die Sorgen junger Mütter, einem Blick fürs Praktische und ganz viel Herzblut teilt sie ihre Erfahrungen, Produkttipps und Ideen für einen liebevollen Familienalltag.

Montessori zu Hause funktioniert auch ohne teures Spielzeug. Wirklich. Du brauchst vor allem Zeit, Geduld und ein bisschen Ordnung. Der Rest ist oft schon da. In deinen Schränken. In der Küche. Oder draußen in der Natur.

Ich bin Mama und mag es praktisch. Ich will nicht ständig neue Sachen kaufen. Ich will Dinge nutzen, die wir ohnehin haben. So wird unser Alltag leichter. Und unsere Kinder lernen ganz nebenbei. Selbstständig. Schritt für Schritt.

Teure Sets beeindrucken kurz. Alltagsmaterialien begeistern länger. Sie sind echt. Sie machen Sinn. Genau das liebt Montessori. Und genau das klappt auch bei dir zu Hause.

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Was Montessori zu Hause wirklich bedeutet

Montessori ist kein Produkt. Es ist eine Haltung. Dein Kind darf selbst ausprobieren. In seinem Tempo. Mit echter Verantwortung. Und du begleitest ruhig. Ohne Druck.

Wichtig sind klare Strukturen. Einfache Abläufe. Und Materialien, die dein Kind versteht. Nicht zu viel. Nicht zu bunt. Überschaubar. Einladend. So entsteht Konzentration.

„Hilf mir, es selbst zu tun“ klingt groß. Im Alltag ist es ganz einfach. Du richtest kleine Schritte so ein, dass dein Kind sie schaffen kann. Gießen. Schneiden. Sortieren. Aufräumen. Fertig.

Das Zuhause vorbereiten: wenig ist mehr

Starte mit einem niedrigen Regal. Eine Ebene reicht oft. Stell 5 bis 8 Aktivitäten bereit. Jede Aktivität hat einen festen Platz. In einem Korb. Auf einem Tablett. So bleibt es übersichtlich.

Setz auf echte Dinge. Kleine Glaskaraffe statt Plastikbecher. Ein Kindermesser statt Spielzeugmesser. Ein Handfeger in Kindergröße. Kinder spüren: Das ist ernst gemeint. Das macht stolzer als jedes Bling-Bling.

Denk an die Höhe. Haken für die Kinderjacke in Kindhöhe. Ein kleiner Hocker am Waschbecken. Ein Lappen, der erreichbar hängt. So kann dein Kind wirklich helfen. Ohne dich ständig zu rufen.

Weniger ist mehr. Vollgestopfte Regale überfordern. Rotier lieber. Beobachte, was dein Kind nutzt. Tausche nur aus, was gerade uninteressant ist. So bleibt die Motivation hoch.

Sicherheit bleibt wichtig. Keine scharfen Klingen am Anfang. Aber echte Verantwortung. Starte mit weicheren Lebensmitteln. Mit stumpfen Messern. Mit Kleinigkeiten, die gelingen.

Praktisches Leben in der Küche: echte Aufgaben

Die Küche ist ein Lernparadies. Du brauchst kein Set. Du brauchst ein Tablett, zwei Schälchen und etwas zu tun. Mehr nicht. Dein Kind spürt: Ich kann helfen. Ich bin wichtig.

Wasser gießen: Stelle eine kleine Karaffe und zwei Becher bereit. Lege ein kleines Tuch dazu. Zeig einmal langsam. Gießen. Wegstellen. Tropfen aufwischen. Dann lässt du dein Kind üben. Und du greifst erst ein, wenn es dich um Hilfe bittet.

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Umschütten mit Trockenwaren: Reis, Linsen, Nudeln. Eine Schüssel hier. Eine dort. Ein kleiner Löffel oder Trichter. Das trainiert Hand-Auge-Koordination. Und schult die Ruhebewegung. Klack, klack, klack. Sehr meditativ.

Schneiden mit dem Buttermesser: Weiche Banane. Gekochte Karotte. Weicher Mozzarella. Lege eine kleine Schneidmatte auf ein Tablett. Ein Messer dazu. Und ein Schälchen für die Stücke. Danach zusammen aufräumen.

Aufstrich streichen: Ein Kindermesser, ein kleiner Teller, Butter oder Frischkäse. Eine Scheibe Brot. Zeig es langsam. Loben musst du nicht viel. Die erfolgreiche Handlung motiviert.

Ei schälen oder Orange pellen: Das ist haptisch toll. Und riecht gut. Stelle einen kleinen Abfallbecher daneben. Zeig, wohin die Schale kommt. Am Ende gemeinsam entsorgen.

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Praktisches Leben im Bad: selbstständig werden

Richte eine kleine Waschstation ein. Ein Hocker. Eine Schale. Ein Krug. Ein Handtuch in Griffhöhe. Eine Bürste. Zeig deinem Kind, wie es Hände wäscht. Von oben nach unten. Schritt für Schritt.

Haare bürsten und Gesicht waschen: Lege einen kleinen Spiegel bereit. So sieht dein Kind, was es tut. Das gibt Kontrolle. Und stärkt das Körpergefühl.

Zähneputzen üben: Stelle die Zahnbürste in einen niedrigen Becher. Zeig langsam die Kreise. Ob es perfekt ist? Egal. Es geht um die Routine. Und darum, es selbst zu versuchen.

Haushalt: echte Hilfe in klitzekleinen Schritten

Abstauben: Ein Staubtuch im Kinderformat wirkt Wunder. Ein kleines Regal. Ein Tuch. Ein fester Platz zum Auswringen. So wird Putzen nicht zum Spiel. Es ist eine echte Aufgabe. Das motiviert mehr als so tun als ob.

Kehren: Besen und Kehrblech in Kindergröße. Streue ein paar Bohnen auf ein Tablett. Üben darf man erst dort. Dann wechselt ihr auf den Boden. Fehler sind okay. Die Bewegung zählt.

Pflanzen gießen: Kleine Gießkanne. Ein Tuch daneben. Erkläre, dass die Erde feucht, aber nicht matschig sein soll. Zeig, wie man Tropfen aufwischt. Verantwortung und Konsequenz. Beides liegt hier so schön nah beieinander.

Wäsche sortieren: Helle zu Hellen. Dunkle zu Dunklen. Socken nach Farben. Oder Größen. Das macht Spaß und trainiert visuelle Wahrnehmung. Danach zusammen in die Maschine. Knopf drücken lassen.

Sinnesmaterialien improvisieren: reich an Erfahrung, arm an Kosten

Sound-Matching mit Gläsern: Befülle kleine Schraubgläser paarweise. Mit Reis. Mit Bohnen. Mit Salz. Verschließe sie gut. Lasse dein Kind die Paare finden. Gleicher Klang? Zusammenstellen.

Rau und glatt: Klebe Schleifpapierstreifen auf Karton. Unterschiedliche Körnungen. Leicht. Mittel. Stark. Lege ein glattes Brett daneben. Erkunde mit den Fingerspitzen. Benenne die Eindrücke. „Rau.“ „Glatt.“ „Noch rauer.“

Duftfläschchen: Baumwolle in kleine Fläschchen. Ein Tropfen Vanille. Ein Tropfen Zitrone. Ein Tropfen Lavendel. Paare zuordnen lassen. Langsam atmen. Vorsichtig öffnen und schließen üben.

Geheimbeutel: Ein undurchsichtiger Beutel. Kleine Alltagsgegenstände. Löffel. Knopf. Korken. Stein. Ertasten. Benennen. Herausholen. Prüfen. Das trainiert das stereognostische Gefühl. Macht Kindern unglaublich viel Freude.

Farbfächer aus dem Baumarkt: Schneide die Farbstreifen auseinander. Klebe sie auf Karton. Sortiere nach Helligkeit. Von hell zu dunkel. Oder suche passende Gegenstände im Raum. Ein tolles Spiel an Regentagen.

Sprache und Wortschatz: reden, benennen, verknüpfen

Wortschatz-Körbchen: Lege 3 bis 5 echte Dinge in einen Korb. Löffel, Bürste, Tasse, Schlüssel, Kamm. Benenne langsam. Lass dein Kind zeigen. „Wo ist der Schlüssel?“ So wächst Sprache im Alltag.

Bildkarten selbst machen: Fotografiere eure Gegenstände. Drucke sie aus. Laminiere oder klebe auf Karton. Nutze sie für Zuordnungen. Bild zu Objekt. Oder Bild zu Bild. Klare Fotos. Weißer Hintergrund. Wenig Ablenkung.

Drei-Stufen-Lektion: 1. Benennen. „Das ist die Bürste.“ 2. Erkennen. „Zeig mir die Bürste.“ 3. Erinnern. „Was ist das?“ Kurz. Ruhig. Ohne Druck. Das sitzt.

Kleine Bücher lesen: Wenige Worte. Reale Bilder. Folge dem Interesse deines Kindes. Tiere. Fahrzeuge. Küche. Wiederholungen sind willkommen. Sie geben Sicherheit.

Mathe im Alltag: zählen, ordnen, begreifen

1:1-Zuordnung mit Snacks: Lege eine Muffin-Form auf ein Tablett. Lege in jede Mulde eine Weintraube. Oder eine Nudel. Ein Teil pro Platz. Das Prinzip versteht jedes Kind schnell.

Wäscheklammern und Zahlenkarten: Schreibe Zahlen von 1 bis 5 auf Karten. Lege zu jeder Karte die passende Anzahl Wäscheklammern. Später bis 10. Das trainiert Fingerkraft und Zählen.

Treppen zählen: Beim Hochgehen laut zählen. Einen Schritt, eine Zahl. So verknüpft dein Kind Bewegung und Zahlwort. Das bleibt gut im Kopf.

Ziffern im Sand nachspuren: Fülle ein Tablett mit Grieß oder Salz. Zeichne eine Zahl mit dem Finger vor. Dein Kind spurt nach. Langsam. Gleichmäßige Bewegung. Danach glattstreichen. Und die nächste Zahl.

Schalen ordnen: Verschiedene Größen ineinander stapeln. Oder nach Durchmesser sortieren. So entsteht ein Gefühl für Reihenfolge und Größe. Ganz ohne Erklärung.

Feinmotorik: kleine Hände, große Ziele

Perlen fädeln: Nutze dicke Schnur und große Holzperlen. Oder Hartweizen-Penne. Zeig, wie man fädelt und abstreift. Die Hand wird ruhiger. Die Konzentration wächst.

Papier schneiden: Lege Streifen mit aufgemalten Linien bereit. Eine kleine Kinderschere. Sammle die Schnipsel in einer Schale. Später werden daraus Collagen. Recycling inklusive.

Aufkleber abziehen: Kleine runde Sticker auf einem Rand festkleben. Abziehen und in eine Vorlage kleben. Links, rechts, oben, unten. Das trainiert Pinzettengriff und Orientierung.

Steckspiele improvisieren: Ein leeres Gewürzglas. Ein Deckel mit Schlitzen. Ein paar Eisstiele. Reinstecken. Herausziehen. Sortieren nach Farbe. Sehr günstig. Sehr effektiv.

Grobmotorik und Bewegung: Kraft für den Alltag

Balancierpfad aus Klebeband: Klebe eine Linie auf den Boden. Gerade. Kurvig. Mit Kreuzungen. Barfuß balancieren. Vorwärts. Rückwärts. Seitwärts. Das macht Spaß und stärkt das Gleichgewicht.

Kissen-Parcours: Zwei Kissen, eine Decke, ein Hocker. Drüber. Drunter. Durch. Du gibst die Struktur. Dein Kind erfindet den Weg. Kurz. Klar. Sicher.

Schwere Arbeit: Ein Bücherstapel von A nach B. Eine kleine Einkaufstasche mit Äpfeln. Ein Wasserkrug zum Pflanzen gießen. Das erdet. Das sammelt. Und ja, das macht müde. Herrlich.

Draußen und Natur: die beste Lernumgebung

Sammlerkorb: Blätter. Zapfen. Steine. Zuhause sortieren. Nach Farbe. Nach Größe. Nach Form. Ein kleines Tablett dazu. Eine Lupe. Fertig ist die Naturschatz-Station.

Steine waschen: Eine Schüssel mit Wasser. Ein kleiner Pinsel. Ein Tuch. Steine eintauchen. Abschrubben. Trocknen. Einfache Handlungen. Tiefe Konzentration. Reines Montessori-Gold.

Mini-Beet: Ein Topf, Erde, ein paar Samen. Gießen. Warten. Beobachten. Verantwortung trägt hier Blätter. Dein Kind sieht Ursache und Wirkung. Nichts lehrt das besser.

Kunst und Musik: offen, einfach, echt

Kunstplatz: Ein Tablett mit Papier. Eine kleine Auswahl an Stiften. Oder einem Pinsel und Wasserfarben. Ein Lappen. Ein Glas. Mehr braucht es oft nicht. Weniger Material, mehr Ideen.

Rhythmus mit Kücheninstrumenten: Topf. Holzlöffel. Reisdose als Rassel. Klänge erforschen. Leise. Laut. Schnell. Langsam. Du kannst Muster klatschen. Dein Kind antwortet. Ein schönes Dialogspiel.

Kleber und Ordnung: Kleine Flasche mit Kleber. Ein Pinsel. Eine Schale. Ein Platz zum Trocknen. Zeig das Aufräumen als Teil der Aktivität. So wird es selbstverständlich.

Unser Regal und die Rotation: so bleibt es spannend

Ich stelle morgens 5 bis 7 Dinge bereit. Eine Sprachecke. Ein Sinnespaar. Etwas für die Küche. Ein Feinmotorik-Tablett. Etwas Bewegung. Und oft ein Naturkorb. Mehr nicht. Das reicht völlig.

Ich beobachte zwei, drei Tage. Dann tausche ich gezielt ein Element. Das, was nur herumliegt, verschwindet kurz im Schrank. Später feiere ich es als „neu“. Klappt fast immer.

Wenige Dinge laden ein. Viele Dinge schreien. Die leisen Regale gewinnen. Immer.

So zeigst du eine Aktivität: langsam ist schnell

Atme. Dann zeig die Handlung in kleinen Schritten. Ohne Worte oder mit sehr wenigen. Langsame, klare Bewegungen. Die Hände sprechen. Das Gehirn versteht.

Nimm dich danach zurück. Beobachte. Warte ab. Greife nicht sofort ein. Biete Hilfe erst an, wenn dein Kind stockt oder dich ansieht. So bleibt die Eigenmotivation stabil.

Fehlerkontrolle: Lege ein Tuch dazu. Oder ein zweites Gefäß. So kann dein Kind selbst korrigieren. Ohne Kommentar. Ohne Bewertung. Das macht stark.

Ideen nach Alter: flexibel, nicht starr

1 bis 2 Jahre: Gießen mit trockenen Materialien. Große Perlen. Sortieren nach zwei Farben. Steine waschen. Einfache Bilderbücher. Wortkörbchen mit 3 Objekten. Kurze, klare Abläufe.

2 bis 3 Jahre: Wasser gießen. Weiches Obst schneiden. Wäscheklammern zuordnen. Duftfläschchen. Farbpaare. Balancierlinie. Erste Zahlen bis 5. Kleine Helferaufgaben im Haushalt.

3 bis 4 Jahre: Ziffern im Sand spuren. Zahlenmengen bis 10 legen. Komplexere Küchenschritte. Fenster putzen. Schüttübungen mit Trichter. Geheimbeutel mit mehr Teilen. Sammlungen sortieren und benennen.

DIY- und Budget-Tipps: Montessori ohne Einkaufsrausch

Schau zuerst, was du hast. Gläser mit Schraubdeckel. Körbe. Tabletts. Alte Stoffreste. Alles kann Material werden. Hauptsache klar und sicher.

Secondhand lohnt sich. Trödelmarkt. Kleinanzeigen. Sozialkaufhäuser. Dort findest du Tabletts, Schälchen, kleine Kannen. Fast geschenkt. Und oft hochwertig.

Baumarkt-Hacks: Farbfächer, Holzleisten, Schleifpapier. Damit baust du Sensorik für sehr wenig Geld. Einmal schneiden. Einmal kleben. Fertig.

Wenige, gute Neu-Anschaffungen reichen. Ein niedriges Regal. Ein Kindermesser. Eine kleine Kanne. Ein Kehrset. Damit deckst du so viele Bereiche ab.

Häufige Stolpersteine: und wie du sie umgehst

Zu viel auf einmal: Reduziere. 5 bis 7 Angebote. Der Rest wartet. So entsteht Fokus. Nicht Frust.

Zu viele Worte: Zeig mehr. Rede weniger. Bewegungen sind die beste Anleitung. Dein Kind schaut genau hin.

Zu schnell helfen: Warte. Zähle still bis zehn. Oft findet dein Kind eine Lösung. Dieses Gefühl ist pures Selbstvertrauen.

Perfektion erwarten: Es wird kleckern. Es wird fallen. Das gehört dazu. Bleib ruhig. Humor hilft immer.

Ein Tagesablauf, der zu euch passt

Morgens nach dem Frühstück: Eine praktische Aufgabe. Tisch abwischen. Wasser gießen. Brot schneiden. Ein kurzer Start. Das baut Energie ab und macht wach.

Vormittags: Eine konzentrierte Regalaktivität. Gießen. Fädeln. Sortieren. Danach raus an die frische Luft. Bewegung ist der beste Lernpartner.

Nachmittags: Bücher und Sprache. Wortkörbchen. Bildkarten. Oder Kunst. Malen. Kleben. Ein ruhiger Ausklang.

Abends: Gemeinsam aufräumen. Jeder hat seinen Platz. Alles zurück ins Regal. So findet dein Kind am nächsten Tag alles wieder. Ordnung gibt Sicherheit.

Was Montessori mit dir macht

Du lernst, langsamer zu werden. Du siehst, wie viel dein Kind kann. Du brauchst nicht mehr den großen Kram. Du brauchst deine gelassene Präsenz. Das ist das wertvollste „Material“ überhaupt.

Ich liebe diese Art, Familie zu leben. Sie ist nicht perfekt. Aber sie fühlt sich echt an. Mit Mehlstaub am Boden. Mit kleinem Stolz in großen Kinderaugen. Genau darum geht’s.

Wenn du heute nur eine Sache umsetzt, reicht das. Stell ein Tablett bereit. Mit zwei Schälchen. Mit ein paar Bohnen. Setz dich daneben. Staune. Mehr Montessori braucht es am Anfang nicht.

Kleine Materialliste aus dem Haushalt

Tabletts oder Backbleche als Arbeitsfläche. Körbe oder Schüsseln. Schraubgläser. Krüge oder kleine Kannen. Löffel. Trichter. Wäscheklammern. Schwämme. Tücher. Das meiste hast du schon.

Dazu zwei, drei Dinge in Kindergröße: Handfeger, Schneidbrett, Schälmesser. Und ein Hocker. Mit diesem Grundstock bist du startklar.

Erfolg sichtbar machen: Vorher-Nachher-Routinen

Leg einen Anfangs- und Endpunkt fest. Eine volle Schüssel links. Eine leere rechts. Danach tauscht ihr. Dieser klare Bogen hilft deinem Kind, die Handlung abzuschließen.

Feiere kleine Fortschritte. Nicht mit großen Worten. Mit echtem Interesse. „Du hast das Wasser selbst aufgewischt.“ Mehr braucht es nicht.

Montessori ist kein Dogma

Du musst nicht alles „richtig“ machen. Du darfst mischen. Du darfst weglassen. Du darfst neu erfinden. Deine Familie ist einzigartig. Montessori ist ein Werkzeugkasten. Nimm, was passt.

Und wenn heute gar nichts klappt? Tief durchatmen. Morgen ist ein neuer Tag. Die Bohnen laufen nicht weg.

Checkliste für den schnellen Start

1. Regal freiräumen. 2. 5 bis 7 Aktivitäten wählen. 3. Alles auf Tabletts bereitstellen. 4. Einmal langsam zeigen. 5. Beobachten. 6. Rotieren, wenn es langweilig wird. Fertig.

Wenn du dich unsicher fühlst, bleib bei den Basics: Gießen. Sortieren. Öffnen und Schließen. Fädeln. Schneiden. Mehr brauchst du nicht.

Zum Mitnehmen

Montessori zu Hause heißt nicht: mehr kaufen. Es heißt: bewusster schauen. Echte Aufgaben anbieten. Fehlertoleranz leben. Und Liebe in kleine Handlungen legen.

Dein Kind wird dich überraschen. Jeden Tag ein bisschen. Und du wirst merken: Ohne teures Spielzeug lernt es manchmal sogar leichter.

Brauche ich spezielle Montessori-Materialien?

Nein. Für den Start reichen Alltagsgegenstände: Tabletts, Schälchen, Schraubgläser, kleine Kannen, Löffel, Wäscheklammern, Tücher. Später kannst du ausgewählte Materialien ergänzen, wenn sie zu deinem Kind und eurem Alltag passen.

Wie viele Aktivitäten sollten im Regal stehen?

5 bis 7 Angebote sind ideal. Lieber wenig und klar vorbereitet als vollgestellt. Beobachte dein Kind und rotiere gezielt, wenn das Interesse nachlässt.

Ab welchem Alter kann ich beginnen?

Schon ab etwa 12 Monaten, mit sehr einfachen, sicheren Aktivitäten wie Dinge umfüllen, große Perlen fädeln oder Steine waschen. Passe die Angebote stets an die Fähigkeiten und Interessen deines Kindes an.

Wie zeige ich eine Aktivität richtig?

Langsam, in kleinen Schritten, mit wenigen Worten. Zeige einmal vor, lege die Hände in den Schoß und beobachte. Biete Hilfe erst an, wenn dein Kind danach fragt oder nicht weiterkommt.

Was tun, wenn mein Kind nicht aufräumt?

Mache Aufräumen zum Teil der Aktivität. Jeder Gegenstand hat seinen festen Platz. Räumt ihr regelmäßig gemeinsam auf, wird es zur Gewohnheit. Halte die Menge an Material klein, das hilft zusätzlich.

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