
Geschrieben von: Julia M.
mehrfache Mama, Familienmensch und leidenschaftliche Schreiberin, steckt hinter vielen Artikeln auf mama-und-mehr.de. Nach der Geburt ihrer Kinder hat sie ihre Berufung darin gefunden, andere Eltern auf ihrer Reise durch Schwangerschaft, Babyzeit und Familienalltag zu begleiten. Mit einem offenen Ohr für die Sorgen junger Mütter, einem Blick fürs Praktische und ganz viel Herzblut teilt sie ihre Erfahrungen, Produkttipps und Ideen für einen liebevollen Familienalltag.
Du sitzt mit deinem Baby auf dem Sofa, alles ist endlich ruhig – und plötzlich merkst du: Das Shirt ist nass. Willkommen in der Welt des Stillens und der Stilleinlagen.
Ich hätte nie gedacht, dass so ein kleines Stück Stoff (oder Watte) im Wochenbett so wichtig wird. Bis ich nachts mein Oberteil wechseln musste. Und das Stillkissen. Und den Bezug.
Wenn du dich gerade fragst, ob du lieber Wegwerf-Stilleinlagen oder waschbare nehmen solltest, wie die Dinger richtig sitzen und was hygienisch wirklich sinnvoll ist – dann bist du hier genau richtig.
Ich nehme dich mit durch meine Erfahrungen, ein bisschen Faktenwissen und viele praktische Tipps aus dem echten Mama-Alltag.
Wir schauen uns an:
- Was der Unterschied zwischen Wegwerf- und waschbaren Stilleinlagen ist
- Wie du die richtige Passform findest, damit nichts verrutscht
- Was du in Sachen Hygiene wirklich beachten solltest
- Wie viele Stilleinlagen du brauchst – realistisch
- Und welche Variante zu welcher Mama passt
- Packung mit 60 Einweg-Stilleinlagen mit ultrasaugfähigem Kern und 3-lagigem Design: Der Kern...
- Wabenform: Die wabenförmige oberste Lage fühlt sich seidig weich und angenehm auf der Haut an
- Auslaufsicher und atmungsaktiv: Die Außenschicht ist auslaufsicher und hält die Kleidung trocken...
- Supersaugfähiger Kern in jeder Stilleinlage schließt die Feuchtigkeit schnell ein
- Komfortabel & auslaufsicher dank wasserundurchlässiger Außenseite
- Ultradünn & natürlich geformt für einen unauffälligen Sitz
- Supersaugfähiger Kern schließt Feuchtigkeit schnell ein
- Komfortabel & auslaufsicher dank wasserundurchlässiger Außenseite
- Ultradünn & natürlich geformt für einen unauffälligen Sitz im BH / Still BH
Wofür brauchst du Stilleinlagen überhaupt?
Am Anfang dachte ich: „Ach, so viel Milch wird da schon nicht einfach so rauslaufen.“ Tja. Falsch gedacht.
Deine Brüste produzieren nicht nur während des Stillens Milch. Sie reagieren auch auf:
- Milcheinschuss in den ersten Tagen
- Wenn dein Baby an der anderen Brust trinkt
- Weinen anderer Babys (ja, wirklich!)
- Längere Stillpausen, z.B. wenn das Baby plötzlich länger schläft
Stilleinlagen schützen dann
- deinen BH und deine Kleidung vor Flecken
- deine Haut vor ständig feuchten Stoffen
- und im besten Fall auch deine Nerven, weil du nicht dauernd umziehen musst
Es gibt zwei Hauptvarianten: Einmal-Stilleinlagen zum Wegwerfen und wiederverwendbare, die du waschen kannst. Beide haben Vor- und Nachteile – und die hängen stark davon ab, wie dein Stillalltag aussieht.
Wegwerf-Stilleinlagen: praktisch, wenn es schnell gehen muss
Wegwerf-Stilleinlagen bestehen meist aus Zellstoff mit einer saugfähigen Schicht innen und einer dünnen, oft wasserabweisenden Außenseite. Viele haben Klebestreifen, damit sie im BH halten.
Ich habe im Wochenbett fast nur Einweg-Stilleinlagen benutzt. Ich war froh über alles, was ich einfach nehmen und nach ein paar Stunden in den Müll werfen konnte, ohne nachzudenken.
Vorteile von Wegwerf-Stilleinlagen
- Kein Waschen notwendig: Rein, tragen, weg damit. Gerade im Wochenbett Gold wert, wenn die Waschmaschine sowieso im Dauermodus läuft.
- Hohe Saugkraft: Viele Einweg-Einlagen saugen extrem viel auf. Besonders praktisch, wenn du anfangs sehr starken Milchfluss hast.
- Unterwegs super unkompliziert: Du kannst immer ein paar in der Wickeltasche haben und einfach wechseln.
- Oft sehr dünn: Unter enger Kleidung sieht man sie weniger, vor allem die hochwertigeren Modelle.
Nachteile von Wegwerf-Stilleinlagen
- Müll: Du produzierst jeden Tag einiges an Abfall. Gerade in den ersten Wochen brauchst du oft mehrere Paar am Tag.
- Kosten auf Dauer: Jede Packung kostet – und auf die gesamte Stillzeit gerechnet kommt da ordentlich was zusammen.
- Hautreizungen möglich: Manche Mamas reagieren sensibel auf Kunststoffe, Parfüm oder die trocknenden Materialien in Einweg-Einlagen.
- Gefühl von „Plastik“: Nicht alle, aber manche Modelle fühlen sich nicht besonders kuschelig an.
Waschbare Stilleinlagen: kuschelig & nachhaltig
Waschbare Stilleinlagen bestehen meist aus Baumwolle, Bambusviskose, Wolle-Seide oder einer Mischung aus Naturfasern und einer dünnen wasserdichten Schicht. Du kannst sie ganz normal mit der Wäsche waschen und immer wieder verwenden.
Ich bin nach ein paar Wochen Stillzeit langsam auf waschbare Stilleinlagen umgestiegen. Am Anfang war ich skeptisch: „Reicht die Saugkraft? Ist das hygienisch?“ – aber nach den ersten Tagen wollte ich sie nicht mehr hergeben.
Vorteile von waschbaren Stilleinlagen
- Angenehmes Tragegefühl: Stoff auf der Haut fühlt sich oft weicher und atmungsaktiver an.
- Weniger Müll: Du nutzt sie immer wieder und reduzierst deinen Abfall deutlich.
- Langfristig günstiger: Die Anschaffung ist einmal etwas teurer, aber auf Monate gerechnet meist günstiger als Einweg.
- Oft hautfreundlicher: Besonders Varianten aus Bio-Baumwolle oder Wolle-Seide sind für empfindliche Brustwarzen angenehm.
Nachteile von waschbaren Stilleinlagen
- Du musst waschen: Klingt banal, aber du brauchst ein kleines System, damit dir nicht plötzlich alle Einlagen gleichzeitig ausgehen.
- Weniger Saugkraft bei manchen Modellen: Vor allem sehr dünne Stoffeinlagen kommen bei starkem Milchfluss schnell an ihre Grenzen.
- Mehr Planung unterwegs: Du brauchst unterwegs ein kleines Täschchen für benutzte Einlagen, wenn du sie nicht wegwerfen willst.
Passform: So sitzen Stilleinlagen wirklich gut
Ich dachte anfangs: „Rund ist rund, wird schon passen.“ Tja, auch hier lag ich daneben.
Die Passform entscheidet darüber, ob deine Stilleinlage auslaufsicher ist, ob sie verrutscht und ob man sie sieht.
Worauf du achten kannst:
- Größe: Es gibt kleine, mittelgroße und richtig große Stilleinlagen. Bei viel Milch sind größere sinnvoll, sie decken mehr Fläche ab.
- Form: Flach rund, anatomisch geformt, mit kleiner Vertiefung für die Brustwarze – probier aus, was zu deiner Brustform passt.
- Dicke: Dünne Einlagen tragen weniger auf, dickere saugen mehr. Für nachts darf es gerne dicker sein.
- Mit oder ohne Klebestreifen: Einweg-Einlagen mit Klebestreifen bleiben besser im BH, vor allem, wenn du viel in Bewegung bist.
Mein Tipp: Kauf dir nicht direkt eine Riesenpackung von einer Sorte, sondern probier 2–3 verschiedene Marken oder Materialien aus. Deine Brust verändert sich in den ersten Wochen noch – was in Woche 1 passt, fühlt sich in Woche 6 vielleicht schon ganz anders an.
Wie viele Stilleinlagen brauchst du wirklich?
Das hängt stark davon ab, wie dein Milchfluss ist und ob du viel schwitzt. Und auch davon, ob du eher zu Wegwerf oder waschbar greifst.
Als grobe Orientierung:
- Im Wochenbett mit starkem Milchfluss: 4–6 Paar pro Tag sind keine Seltenheit.
- Später, wenn sich alles eingependelt hat: 1–3 Paar am Tag reichen vielen Mamas.
- Für waschbare Einlagen: 8–12 Paar sind ein guter Start, wenn du alle 1–2 Tage wäschst.
Ich hatte am Ende eine Mischung:
- Einweg-Einlagen für die erste Zeit und für unterwegs
- Waschbare Einlagen für zu Hause und später auch nachts
Diese Kombination hat für mich den Druck rausgenommen. Ich musste nicht perfekt nachhaltig sein, aber auch nicht jeden Tag eine halbe Mülltonne füllen.
- Packung mit 60 Einweg-Stilleinlagen mit ultrasaugfähigem Kern und 3-lagigem Design: Der Kern...
- Wabenform: Die wabenförmige oberste Lage fühlt sich seidig weich und angenehm auf der Haut an
- Auslaufsicher und atmungsaktiv: Die Außenschicht ist auslaufsicher und hält die Kleidung trocken...
- Supersaugfähiger Kern in jeder Stilleinlage schließt die Feuchtigkeit schnell ein
- Komfortabel & auslaufsicher dank wasserundurchlässiger Außenseite
- Ultradünn & natürlich geformt für einen unauffälligen Sitz
- Supersaugfähiger Kern schließt Feuchtigkeit schnell ein
- Komfortabel & auslaufsicher dank wasserundurchlässiger Außenseite
- Ultradünn & natürlich geformt für einen unauffälligen Sitz im BH / Still BH
Hygiene bei Stilleinlagen: So bleibt alles gesund
Stillen ist wunderschön, aber die Kombi aus Wärme, Feuchtigkeit und Milchresten ist leider auch ein kleines Paradies für Bakterien und Pilze.
Darum spielt Hygiene bei Stilleinlagen eine große Rolle – egal ob Wegwerf oder waschbar.
Wie oft solltest du Stilleinlagen wechseln?
Als Faustregel gilt:
- Immer wechseln, wenn sie spürbar feucht sind
- Mindestens 2–3 Mal am Tag, bei starkem Milchfluss auch öfter
- Nachts: Wenn du morgens aufwachst und die Einlagen nass sind, direkt wechseln
Wichtig: Längere Zeit in feuchten Stilleinlagen zu stecken, kann die Haut reizen und das Risiko für Soor (Pilzinfektion) erhöhen. Wenn deine Brustwarzen brennen, jucken oder glänzend aussehen, sprich bitte mit deiner Hebamme oder Ärztin.
Hygiene bei Wegwerf-Stilleinlagen
- Immer mit sauberen Händen anfassen
- Nach dem Wechseln direkt entsorgen, nicht irgendwo „aufheben“
- Wenn du stark schwitzt, lieber etwas öfter wechseln
Wenn du unterwegs bist, hilft ein kleiner, verschließbarer Beutel für den Müll, damit du nicht ewig nach einem Mülleimer suchen musst.
Hygiene bei waschbaren Stilleinlagen
Waschbare Einlagen brauchen ein bisschen mehr Aufmerksamkeit, sind aber gut in den Alltag einzubauen.
So hat es bei uns gut funktioniert:
- Benutzte Einlagen in ein kleines Wäschenetz oder einen Wetbag (wasserdichten Beutel) geben
- Alle 1–2 Tage waschen, nicht zu lange feucht liegen lassen
- Je nach Material bei 40–60 °C waschen (Herstellerangaben beachten)
- Ein mildes, parfumfreies Waschmittel nutzen
- Keinen Weichspüler – der kann die Saugkraft verringern und die Haut reizen
Ich habe meine waschbaren Einlagen einfach mit der normalen Babywäsche gewaschen. Das hat super geklappt. Wichtig war nur, dass sie danach wirklich gut trocknen konnten.
Materialien im Überblick: Was liegt an deiner Haut?
Die Materialwahl macht einen großen Unterschied beim Tragegefühl. Gerade, wenn deine Brustwarzen empfindlich oder wund sind, spürst du jedes Detail.
Typische Materialien bei Wegwerf-Stilleinlagen
- Innen: Zellstoff, Vlies, manchmal mit superabsorbierenden Polymeren
- Außen: Dünne, oft wasserabweisende Schicht (ähnlich wie bei Windeln)
- Zur Haut hin: Weiches Vlies, manchmal mit Aloe Vera oder anderen Zusätzen
Wenn du sehr empfindlich bist, such dir möglichst unparfümierte, „sensitive“ Varianten. Manchmal lohnt es sich, verschiedene Marken zu testen – die Unterschiede sind größer, als man denkt.
Typische Materialien bei waschbaren Stilleinlagen
- Baumwolle: Klassisch, robust, gut waschbar. Fühlt sich angenehm an, saugt solide.
- Bambusviskose: Sehr weich, oft saugstark, liegt kuschelig auf der Haut.
- Wolle-Seide: Wärmend, temperaturausgleichend, besonders beliebt bei empfindlichen Brustwarzen. Braucht aber spezielle Pflege.
- Mit PUL-Schicht: Dünne, wasserdichte Schicht innen, damit nichts nach außen durchgeht.
Ich persönlich mochte Bambus-Stilleinlagen tagsüber und Wolle-Seide, wenn meine Brustwarzen mal wieder beleidigt waren. Wolle-Seide fühlt sich an wie ein kleiner Wärmeschal für die Brust.
Was ist hygienischer: Wegwerf oder waschbar?
Viele denken zuerst: „Wegwerf ist hygienischer, weil ich es ja einfach entsorge.“ Das stimmt nur teilweise.
Hygiene hängt vor allem davon ab,
- wie oft du wechselst
- wie gut die Einlage trocknet
- und wie du deine waschbaren Einlagen pflegst
Wenn du waschbare Einlagen
- regelmäßig bei der empfohlenen Temperatur wäschst
- sie gut trocknen lässt
- und nicht stundenlang feucht im Wäschekorb vergisst
dann sind sie absolut hygienisch.
Wegwerf-Einlagen können genauso zum Problem werden, wenn du sie zu selten wechselst. Milchreste + Wärme + Feuchtigkeit = perfekter Nährboden für Keime. Das klingt eklig, ist aber einfach nur Biologie.
Stilleinlagen & wunde Brustwarzen: Worauf du achten solltest
Wenn deine Brustwarzen wund sind (und das passiert leider vielen von uns am Anfang), dann werden Stilleinlagen plötzlich noch wichtiger. Oder besser gesagt: Das richtige Material.
Meine persönlichen Learnings:
- Stoff statt Plastik: Weiche Stoffeinlagen haben meine Brustwarzen deutlich weniger gereizt als manche Einweg-Einlagen.
- Nichts, was festklebt: Wenn die Einlage an der Brustwarze festklebt, wird jeder Wechsel zur Mutprobe.
- Luft dranlassen: So oft wie möglich die Brust „atmen“ lassen – ohne Einlage, ohne BH. Zuhause, auf dem Sofa, unter einem lockeren Shirt.
- Häufiger wechseln: Gerade bei wunden Brustwarzen ist es wichtig, nicht lange in Feuchtigkeit zu stecken.
Viele Hebammen empfehlen bei wunden Brustwarzen Wolle-Seide-Einlagen. Sie halten die Brust warm und trocken und fühlen sich sehr sanft an. Mir haben sie tatsächlich geholfen, vor allem in Kombi mit einer guten Stillberatung.
Nachts: Welche Stilleinlagen laufen nicht aus?
Nachts ist alles ein bisschen extremer. Du liegst, dein Baby trinkt vielleicht länger an einer Seite, die andere Brust läuft munter mit. Oder dein Baby schläft plötzlich 5 Stunden am Stück (ja, das passiert wirklich irgendwann!) und deine Brüste denken: „Party!“
Was sich bei mir bewährt hat:
- Dickere Einlagen für die Nacht – egal ob Einweg oder waschbar
- Größere Einlagen, die mehr Fläche abdecken
- Gut sitzender Still-BH oder ein enges Top, damit nichts verrutscht
Wenn du sehr starken Milchfluss hast, kannst du auch
- zwei dünnere Einlagen übereinander legen
- oder extra saugstarke Nacht-Stilleinlagen nutzen
Und ganz ehrlich: Ich hatte in den ersten Wochen trotzdem manchmal nasse Flecken im Bett. Das gehört irgendwie auch ein bisschen dazu. Ein zusätzlicher Moltonschutz auf der Matratze kann da Nerven retten.
Unterwegs: Welche Stilleinlagen sind am praktischsten?
Unterwegs willst du nicht lange überlegen müssen. Du brauchst etwas, das
- schnell wechselbar
- auslaufsicher
- und möglichst unauffällig ist
Viele Mamas greifen unterwegs lieber zu Wegwerf-Einlagen. Du kannst sie nach dem Wechseln einfach entsorgen und musst dich nicht um feuchte Einlagen in der Tasche kümmern.
Wenn du trotzdem waschbare unterwegs nutzen möchtest, hilft dir:
- ein kleiner Wetbag (wasserdichter Beutel) für benutzte Einlagen
- immer ein Ersatzpaar mehr dabei zu haben, als du denkst
Ich hatte meistens eine Mischung in der Wickeltasche: ein paar Einweg-Einlagen für den Notfall und meine Lieblings-Stoffeinlagen für den Alltag. So war ich flexibel, je nachdem, wie chaotisch der Tag wurde.
Stilleinlagen und sichtbare Abdrücke: Was sieht man unter der Kleidung?
Vielleicht kennst du das: Du ziehst dein Lieblingsshirt an, schaust in den Spiegel und siehst zwei deutliche Kreise auf der Brust. Nicht jede von uns fühlt sich damit wohl.
Was hilft gegen sichtbare Abdrücke:
- Dünne, glatte Einlagen unter enger Kleidung
- Nahtlose BHs oder Still-BHs mit leicht gepolsterten Cups
- Helle Einlagen unter hellen Oberteilen
Viele Einweg-Einlagen sind extra dünn und anatomisch geformt, damit man sie kaum sieht. Bei waschbaren Einlagen gibt es auch sehr flache Modelle, die unter T-Shirts unauffällig sind.
Ich habe irgendwann gemerkt: Die meisten Menschen schauen mir nicht auf die Brust. Und wenn doch, dann eher, weil ich ein Baby im Tragetuch hatte und nicht wegen meiner Stilleinlagen. Das hat einiges an Druck rausgenommen.
Kostenvergleich: Wegwerf vs. waschbar
Stillen ist kostenlos – theoretisch. In der Praxis kommen doch einige Dinge zusammen. Stilleinlagen sind einer dieser Posten, die sich über Monate summieren.
Wegwerf-Stilleinlagen – laufende Kosten
Ein grobes Rechenbeispiel:
- Du brauchst im Schnitt 3 Paar pro Tag (am Anfang mehr, später weniger)
- Das sind ca. 6 Einlagen pro Tag
- Im Monat also etwa 180 Einlagen
- Je nach Marke zahlst du z.B. 4–8 Euro pro 60er Packung
Über eine Stillzeit von z.B. 6–9 Monaten kommen da schnell 60–150 Euro zusammen. Je nachdem, wie viel du stillst und welche Marke du kaufst.
Waschbare Stilleinlagen – einmalige Anschaffung
Wenn du dir z.B. 10–12 Paar waschbare Stilleinlagen holst, liegst du je nach Marke und Material ungefähr bei 30–80 Euro. Dazu kommen minimal Waschkosten, aber die laufen meist mit der normalen Wäsche.
Rein finanziell lohnt sich waschbar also oft schon nach ein paar Monaten – vor allem, wenn du mehrere Kinder stillst oder die Einlagen weitergeben kannst.
Meine persönliche Lösung: Die Mischung macht’s
Ich habe am Ende meinen eigenen Weg gefunden. Nicht perfekt nachhaltig, nicht perfekt minimalistisch, aber alltagstauglich.
So sah das bei mir aus:
- Im Wochenbett: Fast nur Wegwerf-Stilleinlagen. Ich war froh, wenn ich überhaupt daran gedacht habe zu essen, da wollte ich nicht über Waschintervalle nachdenken.
- Nach ein paar Wochen: Langsam Umstieg auf waschbare Einlagen tagsüber, Einweg-Einlagen noch für unterwegs.
- Später: Fast nur noch waschbare Einlagen, plus eine Notfall-Packung Einweg im Schrank.
Und das ist vielleicht das Wichtigste: Du musst dich nicht von Anfang an festlegen. Du darfst ausprobieren, wechseln, mischen. Du darfst heute sagen „Ich schaffe nur Wegwerf“ und in ein paar Wochen merken „Jetzt probiere ich waschbar“ – oder auch andersherum.
Stillen ist sowieso schon eine Reise. Deine Stilleinlagen dürfen sich da einfach mitentwickeln.
Fazit: Wegwerf oder waschbar – was passt zu dir?
Wenn du bis hierhin gelesen hast, dann merkst du wahrscheinlich schon: Es gibt kein „richtig“ oder „falsch“. Es gibt nur „passt zu dir“ oder eben nicht.
Wegwerf-Stilleinlagen passen gut zu dir, wenn
- du im Wochenbett möglichst wenig Extra-Aufwand möchtest
- du viel unterwegs bist und es unkompliziert magst
- du sehr starken Milchfluss hast und maximale Saugkraft brauchst
Waschbare Stilleinlagen passen gut zu dir, wenn
- du Müll reduzieren möchtest
- du empfindliche Haut oder wunde Brustwarzen hast
- du bereit bist, sie regelmäßig zu waschen
- du langfristig Geld sparen möchtest
Und wenn du dich gerade nicht entscheiden kannst, dann ist eine kleine Mischung oft der entspannteste Weg:
- Ein oder zwei Packungen Einweg-Einlagen für die erste Zeit
- Ein Set waschbare Einlagen zum Ausprobieren
Du wirst sehr schnell merken, was sich für dich und dein Baby richtig anfühlt. Und genau das ist am Ende das Wichtigste.
FAQ zu Stilleinlagen: Wegwerf oder waschbar?
Im Wochenbett brauchst du meist deutlich mehr Stilleinlagen als später. Viele Mamas nutzen in den ersten Tagen 4–6 Paar pro Tag, manchmal sogar mehr, wenn der Milchfluss sehr stark ist. Wenn du waschbare Einlagen verwenden möchtest, sind 8–12 Paar ein guter Start, damit du entspannt alle 1–2 Tage waschen kannst. Dazu kannst du dir eine kleine Packung Wegwerf-Einlagen als Backup hinlegen.
Ja, wenn du sie richtig pflegst, sind waschbare Stilleinlagen absolut hygienisch. Wichtig ist, dass du sie regelmäßig wechselst, nicht lange feucht liegen lässt und sie bei der empfohlenen Temperatur (meist 40–60 °C) mit einem milden Waschmittel wäschst. Lass sie danach vollständig trocknen. So verhinderst du, dass sich Bakterien oder Pilze wohlfühlen. Viele Hebammen empfehlen waschbare Einlagen sogar ausdrücklich, vor allem bei empfindlicher Haut.
Bei wunden oder sehr empfindlichen Brustwarzen empfinden viele Mamas waschbare Stilleinlagen als angenehmer, vor allem aus Wolle-Seide oder weicher Bambusviskose. Diese Materialien sind atmungsaktiv, warm und reiben weniger. Wichtig ist, dass die Einlage nicht an der Brustwarze festklebt und du sie häufig wechselst. Wegwerf-Einlagen können bei manchen Frauen zusätzlich reizen, andere kommen gut damit zurecht. Probiere am besten aus, was sich für dich besser anfühlt, und hol dir bei anhaltenden Schmerzen Unterstützung von einer Stillberaterin.
Wechsle deine Stilleinlagen immer, wenn sie sich feucht anfühlen. Als grobe Orientierung: mindestens 2–3 Mal am Tag, bei starkem Milchfluss deutlich öfter. Nachts reicht oft ein Wechsel, wenn du morgens aufwachst – außer, du merkst schon vorher, dass alles sehr nass ist. Je trockener deine Brust bleibt, desto wohler fühlt sich deine Haut und desto geringer ist das Risiko für Infektionen.
Ja, du kannst Stilleinlagen auch in einem normalen BH, einem Bustier oder unter einem eng anliegenden Top tragen. Wichtig ist, dass die Einlage gut anliegt und nicht verrutscht. Viele Wegwerf-Stilleinlagen haben Klebestreifen, damit sie an Ort und Stelle bleiben. Bei waschbaren Einlagen hilft ein gut sitzender BH oder ein Top. Zuhause legen manche Mamas die Einlagen auch einfach locker ins Shirt – das klappt, solange du dich nicht zu viel bewegst und es dich nicht stört, wenn mal etwas verrutscht.







